Streichquartetttage im Holzhausenschlösschen<br>Grunelius-Konzerte – quartetaffairs<br>Konzert mit dem Quatuor Ebène

Streichquartetttage im Holzhausenschlösschen
Grunelius-Konzerte – quartetaffairs
Konzert mit dem Quatuor Ebène
Am Mittwoch, 25. November 2015, 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Pierre Colombet Violine
Gabriel Le Magadure Violine
Adrien Boisseau Viola
Raphaël Merlin Violoncello

Joseph Haydn (1732 – 1809)

Streichquartett C-Dur op. 20 Nr. 2 Hob III: 32 (Nr. 2 der „Sonnenquartette“)
Henri Dutilleux (1916 – 2013)
Streichquartett „Ainsi la nuit“
***Pause***
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Streichquartett cis-Moll op. 131 Nr. 14

Im Fokus: Henri Dutilleux, „Ainsi la Nuit“
Gemeinsam mit Olivier Messiaen vertritt Henri Dutilleux die französische Komponistengeneration zwischen „Groupe des Six“ (Poulenc, Milhaud etc.) und Pierre Boulez. Natürlich gibt es gemeinsame Hörerfahrungen in dieser Musik, aber Weg und Werk von Dutilleux sind doch einzigartig. Sein ihm wichtiges „concept de mémoire“, indem er durch Rückbesinnung bzw. Vorwegnahme zwischen einzelnen Teilen außergewöhnliche Verbindungen schafft, sind auch im heute erklingenden Streichquartett zu erleben. Das 1976 durch die    Koussewitzky-Stiftung und Library of Congress in Washington D.C. in Auftrag gegebene Werk steht unter den Eindrücken der Nacht, der Perfektionist Dutilleux hat mit größter Sorgfalt daran gearbeitet. Lassen Sie uns heute dieses Juwel ins Zentrum stellen.

Wieder ist es uns gelungen, den großen Quartettpädagogen Eberhard Feltz für eine Höroase zu gewinnen. Diesmal wird er uns helfen, das „Quartett des Abends“ zu entdecken, Zusammenhänge hörbar zu machen, Erstaunliches wahrzunehmen. Eberhard Feltz: Studium in Berlin und St. Petersburg, Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker, Professor für Violine und Kammermusik an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, langjähriger Mentor der Quartette Vogler, Kuss, Faust, Rubens, Atrium, Calder, Ebène, Anima u. a.

Weitere Werke:
Eine Quadripel-Finalsatz-Fuge im Sechsachtel-Takt, zudem bis zum erlösenden Schluss in unterdrückter Dynamik gespielt; ein Menuett mit imitiertem Hirtenklang, ein wahrhaftiger „opera-seria“ Gestus im dramatischen langsamen Satz – überschrieben mit „Capriccio“, welcher in eine zauberhafte Arie mündet und ein Kopfsatz mit im barocken Duktus anmutendem Cello Thema, welches bald den Divertimento Stil verlässt: so stilübergreifend, ja experimentell schreibt Joseph Haydn schon in seinem op. 20 und sprengt damit jede einfältige Routine der galanten Unterhaltung.
„Die neueste Leistung einer Einbildungskraft im Delirium“, so nannte ein Pariser Kritiker das 1826 entstandene op. 131 Ludwig van Beethovens. Heute gehört das Werk zu den ganz großen Meilensteinen der Quartettkunst: Auch hier werden alle Antennen berührt, alle Stile durchbrochen, sogar neue Klangeffekte (sul ponticello Verfremdung im Scherzo) eingesetzt. Und doch wird diese Vielfalt zur Einheit, eine Vision des Meisters zum unmittelbar emotionalen Erlebnis.

Quatuor Ebène:
Was 1999 als Zerstreuungsübung vier junger französischer Musiker in den Proberäumen der Universität begann, wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ebène und sorgte für einen nachhaltigen Paukenschlag in der Musikszene. Die vier hauchten der Kammermusik neuen Atem ein, indem sie stets einen direkten und unvoreingenommenen Blick auf die Werke haben und dabei voller Demut und Respekt der Musik entgegentreten, ganz gleich welcher Gattung. Sie wechseln so lustvoll zwischen den Stilen und bleiben doch ganz sie selbst: mit all ihrer Leidenschaft, die sie für jedes aufgeführte Stück empfinden, ungekünstelt auf die Bühne bringen und somit auch auf das Publikum übertragen. Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der beispiellose und herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004. Damit begann der Aufstieg des Quatuor Ebène, der in zahlreichen weiteren Preisen und Auszeichnungen mündete. 2005 wurde das Quartett mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, die den Musikern seither besonders eng verbunden ist und es ermöglicht hat, dass ihnen aus Privatbesitz fantastische alte italienische Instrumente zur Verfügung gestellt werden konnten. Zahlreiche CD-Aufnahmen, von Haydn und Mozart, über Mendelssohn, Debussy, Bartók bis hin zum preisgekrönten „Fiction“ Album mit dazugehöriger DVD eines Live-Konzertes mit Jazz-Arrangements, sind gefeiert. Eine zweite Crossover CD erschien gemeinsam mit Stacey Kent im Frühjahr 2014. Das fundamentale, klassische Repertoire der Streichquartettliteratur bleibt aber weiterhin ihr Steckenpferd: So legt das Quartett 2015 u.a. einen Schwerpunkt auf Beethovens op.131, welches wir heute hören werden.

Eintritt inkl. Hör-Oase

Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer) in Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)