Streichquartetttage im Holzhausenschlösschen<br>Grunelius-Konzerte – quartetaffairs<br>Konzert mit dem Hagen Quartett

Streichquartetttage im Holzhausenschlösschen
Grunelius-Konzerte – quartetaffairs
Konzert mit dem Hagen Quartett
Am Samstag, 28. November 2015, 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Lukas Hagen Violine
Rainer Schmidt Violine
Veronika Hagen Viola
Clemens Hagen Violoncello

Joseph Haydn (1732 –1809)
Streichquartett C-Dur op. 54 Nr. 2 Hob. III: 57 

Hugo Wolf (1860 – 1903)
Italienische Serenade für Streichquartett

***Pause*** 

György Kurtág (*1926)
12 Mikroludien für Streichquartett

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
 Streichquartett D-Dur KV575


Hör-Oase: György Kurtág und Béla Bartók als seine große Inspiration
In Bartóks Musik findet György Kurtág seine musikalische Muttersprache. Wie nah stehen stehen sich die beiden Komponisten? Welche Merkmale trennt das kompositorische Werk dieser Meister? Von Bartóks Streichquartett Nr. 6 schlagen wir eine Brücke zu Kurtágs 12 Mikroludien für Streichquartett. Gemeinsam mit dem jungen Quartet Berlin-Tokyo werden wir in der diesem Konzert vorangehenden Hör-Oase der Verbindung dieser beiden großen Komponisten nachspüren.


Quartet Berlin-Tokyo:
Das Quartet Berlin-Tokyo gründete sich 2011 aus Studierenden der beiden Berliner Musikhochschulen Bereits wenige Monate später folgte ein erster Erfolg beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, 2014 wurde das Ensemble Preisträger beim „Young Artist Competition“ in New York und gewann den ersten Preis und Publikumspreis beim Orlando International String Quartet Competition. Im Oktober 2014 wurde das Ensemble mit einem Stipendium der Irene Steels-Wilsing Stiftung, 2015 folgte der 3.Preis beim Schubert-Wettbewerb in Graz. Das Ensemble konzertierte bereits auf vielen nationalen und internationalen Konzertpodien und war unter anderem in der Hamburger Laeiszhalle, der Berliner Philharmonie, dem Concertgebouw Amsterdam und beim Heidelberger Frühling zu Gast. In den kommenden drei Jahren wird das Quartett außerdem im Rahmen seiner ersten Residenz sechs Konzerte in der neuen Konzerthalle der Rokkatei in Sapporo spielen. Derzeit studiert es im Materstudiengang von Oliver Wille an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Musikalische Anregungen erhielt das junge Ensemble außerdem von David Alberman, András Keller, Gerhard Schulz, Hartmut Rohde, Jean-Guihen Queyras, Heime Müller, dem Artemis Quartett und Arditti Quartet. Das Quartet Berlin Tokyo erhielt seinen Namen auf Anregung von Toshio Hosokawa im Zuge einer Einladung zum Takefu International Music Festival. Doch steht der Name für das Quartett nicht nur für diese beiden Metropolen, vielmehr verläuft zwischen Ihnen ein Weg – und um diesen geht es den jungen Künstlern. Nicht zufällig fühlen sie sich daher der Musik Béla Bartóks verpflichtet und der von ihm angestrebten Synthese zwischen Ost und West.

Weitere Werke:
Neben dem Hauptwerk des Abends, welches nach der Pause erklingen wird, beginnt auch das Hagen Quartett mit Haydn. Das Streichquartett op.54,2 – dem Wiener Kaufmann Tost gewidmet – besticht durch seine überraschend extrovertierten Gestalten, plötzlich angehalten, hier ungestüm, dort harmonisch fremd wieder aufgegriffen. Aus einer dunkel anmutenden Melodie im langsamen Satz wird in Variation ein Zigeunergesang, und im Finale durchbricht ein eiliges Presto einen fast pathetischen Einleitungs- und Schluss-Gestus. Mit einem „Ständchen“, der Italienische Serenade betritt 1887 Hugo Wolf die Quartettszene und schafft ein Werk, welches mit seinen sprudelnden, mal sentimentalen, mal spottenden Szenen jedes Musiker- und Hörerherz in Verzücken versetzt.

Hagen Quartett:

Die beispiellose drei Jahrzehnte dauernde Karriere des Ensembles begann 1981. Die ersten Jahre, geprägt von Wettbewerbserfolgen und einem Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft, mit der innerhalb einer zwanzigjährigen Zusammenarbeit ca. 45 CD-Einspielungen entstanden sind, galten der Erarbeitung des schier endlosen Quartettrepertoires, woraus sich das unverwechselbare Profil der Hagens entwickelt hat. Die Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Nikolaus Harnoncourt und György Kurtág ist dem Hagen Quartett ebenso wichtig wie gemeinsame Konzertauftritte mit Maurizio Pollini, Mitsuko Uchida, Sabine Meyer, Krystian Zimerman, Heinrich Schiff oder Jörg Widmann. Das Konzertrepertoire und die Diskographie des Quartetts besteht aus reizvollen und intelligent kombinierten Programmen, die von Werken der frühen Epochen über Haydn bis Kurtág die gesamte Geschichte des Streichquartetts umfassen. Das Hagen Quartett pflegt und vertieft den Kontakt mit Komponistinnen und Komponisten seiner Generation, sei es mit der Aufführung von bereits bestehenden oder mit der Bestellung und Uraufführung von neuen Werken. Für eine Vielzahl junger Streichquartette ist das Hagen Quartett Vorbild in Bezug auf Klangqualität, stilistische Vielfalt, Zusammenspiel und der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Werken und Komponisten ihres Genres. Das Hagen Quartett wurde 2011 mit dem ECHO Klassik als Ensemble des Jahres ausgezeichnet und 2012 zum Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses ernannt. Seit Sommer 2013 spielt das Hagen Quartett auf Instrumenten von A Stradivari, dem berühmten „Paganini“ Quartett, das ihm großzügigerweise von der Nippon Music Foundation zur Verfügung gestellt wird.

Eintritt inkl. Hör-Oase
Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Förderer) in Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)