»Salon kontrovers«<br>Briefe – schreiben und lesen<br>»Außer dem Leben können sie dir ja nichts nehmen.«<br>Der Briefwechsel zwischen Freya und Helmuth James von Moltke

»Salon kontrovers«
Briefe – schreiben und lesen
»Außer dem Leben können sie dir ja nichts nehmen.«
Der Briefwechsel zwischen Freya und Helmuth James von Moltke
Am Donnerstag, 25. Februar 2016, 19.30 Uhr
Holzhausenschlösschen

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Gelesen von Jan Uplegger und Claudia Schwartz
Konzeption: Hanne Kulessa

Helmuth James von Moltke hat als Kopf des von den Nazis bekämpften Kreisauer Kreises Geschichte geschrieben. Anders als Stauffenberg verfolgte er nicht den gewaltsamen Sturz der Hitler-Diktatur, sondern versuchte auf seinem schlesischen Gut, Oppositionelle des ganzen politischen Spektrums zusammenzubringen, um mit ihnen an einer Nachkriegsordnung für ein demokratisches, in Europa integriertes Deutschland zu arbeiten. Von den Nazis wurde er in Berlin-Plötzensee dafür hingerichtet. Moralisch konnte unsere neu geschaffene Bundesrepublik auf seinem Vermächtnis aufbauen. Bis 2011 war nur seine Korrespondenz bekannt. Erst nach dem Tod seiner Frau wurde der gesamte Briefwechsel zwischen beiden veröffentlicht und offenbarte ein Denken und Austausch auf Augenhöhe. In ihrer Bereitschaft zum Widerstand gegen offensichtliches Unrecht schon zu Beginn des Krieges standen sie allein gegen einen gesellschaftlichen Mainstream. Umso mehr können sie uns heute Vorbilder sein in ihrem mutigen Eintreten für Zivilgesellschaft und demokratische Werte.

Jan Uplegger erhielt seine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und Conservatoire National, Paris. Es folgten Engagements u.a. in Stuttgart, Tübingen und Stendal und Gießen. Seit 1998 ist er in Berlin auf vielen Bühnen zu Hause: u.a. Volksbühne, Neuköllner Oper, Theater unterm Dach, Theater an der Parkaue, sophiensaele und Theater Thikwa. Zu den wichtigsten Filmrollen gehören die Hauptrolle in der polnischen Tragikomödie „Es lebe die Beerdigung!!!“ und die Titelrolle in der Berliner Politsatire "Uli Maaßlos". Er ist Sprecher für Deutschlandradio Berlin, zahlreiche Hörbücher, Hörspiele und beim Internationalen Literaturfestival Berlin.

Claudia Schwartz absolvierte ihre Schauspielausbildung am renommierten Samuel Beckett Centre in Dublin. Sie erhielt ein Stipendium für das Shakespeare-Programm an der BADA in Oxford. Seit 2004 spielte sie in Theater- und Performancegruppen in Deutschland, Irland, Tschechien, Schweden und Serbien Sie war Workshopleiterin an Schulen in Israel/Palästina und Irland/Nordirland und hat als Theatermacherin über Jahre die männlichen Insassen einer Haftanstalt in Dublin begleitet. In Berlin leitet sie Antisemitismus-/Rassismusworkshops an Schulen und ist mitverantwortlich für das Interdisziplinäre Rollenspieltrainings der Bildungsstätte des Berliner Vollzugs.

Dr. Marschner Stiftung (Förderer), Frankfurter Bürgerstiftung (Projektleitung)