Baron Adolph von Holzhausen mit Gästen beim Schlittschuhlaufen auf dem Holzhausenteich
Die Oed © Hans Happ
Das Holzhausenschlösschen im Holzhausenpark © Christopher Martin
Außenansicht des Holzhausenschlösschens © Walter Dorn

Geschichte des Holzhausen­schlösschens

„Seht dies gastliche Haus, ringsum das Wasser der Quelle“: von der Großen Oed zum Holzhausenschlösschen – vom patrizischen Anwesen zur heutigen Nutzung.

Hans Happ nach Hans Thoma: Die Holzhausensche Oed in Frankfurt am Main, 1880, Öl auf Leinwand,50,8x71,5 cm © Frankfurter Bürgerstiftung

1727-1729 ließ die Frankfurter Patrizierfamilie von Holzhausen an der Stelle des heutigen Holzhausenparks nach Plänen des Hessischen Hofbaumeisters Louis Remy de la Fosse ein barockes Wasserschloss errichten. Davor hatte auf dem ländlichen Gut, das 1503 in den Besitz von Hamman von Holzhausen gekommen war, ein mittelalterlicher Landsitz gestanden. Schon unter Hammans Sohn Justinian entwickelte sich der Ort zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Zentrum der Stadt nach humanistischem Ideal. Der letzte männliche Nachkomme der älteren Holzhausen-Linie, Adolph von Holzhausen, wünschte in seinem Testament, in dem er sein Vermögen zusammen mit dem Familiensitz und dem umgebenen Park der Stadt Frankfurt vermachte, für das Schlösschen eine mit kulturellem und wissenschaftlichem Engagement verbundene Nutzung.

Vielfältige Nutzung ab 1912


Vor Gründung der Frankfurter Bürgerstiftung wurde das Holzhausenschlösschen unterschiedlich genutzt – Ernst May hatte von 1912 bis 1919 sein Büro im Holzhausenschlösschen und plante von hier aus das Neue Frankfurt. 1924 zog die Außenstelle Frankfurt des Reichsarchivs ein, wo sie bis zur Auslagerung der Bestände im Jahr 1944 blieb. Nach 1945 lag das Gebäude im Sperrgebiet, ab 1952 war es Sitz des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Nachdem das Archäologische Museum (damals Museum für Vor- und Frühgeschichte) Anfang der 1980er Jahre ein neues Domizil in der Karmeliterkirche gefunden hatte, gab es verschiedene Überlegungen, was mit dem Holzhausenschlösschen geschehen solle. Da für das Gebäude eine langfristige und kostensparende Nutzung unter Berücksichtigung der testamentarischen Auflagen des letzten Besitzers Adolph Freiherr von Holzhausen gefunden werden musste, kam im Frühjahr 1988 die Idee auf, eine Stiftung zu errichten. Im Juni 1988 erklärte sich die Stadt Frankfurt bereit, diese Idee zu unterstützen und bot das ihr gehörende Holzhausenschlösschen zur Nutzung als Stiftungssitz an.

Holzhausenschlösschen © Barbara Staubach

Seit 1989 Sitz der Frankfurter Bürgerstiftung


Anknüpfend an das Testament Adolph von Holzhausens fanden sich 1989 sieben Frankfurter Bürger und Institutionen zur Gründung der Frankfurter Bürgerstiftung zusammen, die seit Gründung ihren Sitz im Holzhausenschlösschen hat und dort an die alte Tradition des Ortes sowie des bürgerschaftlichen Engagements anknüpft. Die Sanierung des verfallenen Holzhausenschlösschens, welches die Stadt Frankfurt als Eigentümerin zur Nutzung als Stiftungssitz zur Verfügung stellte, wurde zum ersten Projekt.

Wiedereröffnung 2014 nach erneuter Sanierung


2012 machte es sich die Frankfurter Bürgerstiftung erneut zur Aufgabe, das Holzhausenschlösschen einer umfassenden Modernisierung zu unterziehen. Nach zweijähriger Umbauphase wurde es 2014 feierlich wiedereröffnet. Dank der großzügigen Unterstützung privater und institutioneller Förderer - wie etwa der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung sowie der Stadt Frankfurt - verfügt das Holzhausenschlösschen seit 2014 über einen neuen, akustisch einzigartigen Kammermusiksaal (Finanzierung durch die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die von 1990 bis 2016 auch Hauptförderer der Frankfurter Bürgerstiftung zusammen mit der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung war), einen barrierefreien Zugang (Finanzierung durch die Stadt Frankfurt: Aufzug, alle Außen- und Innenzugänge) und eine vollständige Neugestaltung aller anderen Räume (Finanzierung durch die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, die seit Gründung im Jahr 1989 Hauptförderer der Frankfurter Bürgerstiftung ist). Und nicht zu vergessen: Die viele Spenden aus dem Freundes- und Förderkreis.

Hauptförderer der Betriebs- und Veranstaltungskosten sind derzeit die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung und der Freundes- und Förderkreis der Frankfurter Bürgerstiftung, in dem neben vielen Privatpersonen auch weitere Stiftungen als Förderer mitwirken: Borchert-Stiftung, Dr. Marschner Stiftung, Ernst Max von Grunelius-Stiftung, Heinz und Gisela Friederichs Stiftung u.v.a. .